Arbeit in der Psychiatrie

Die psychiatrische Klinik

Die Qualität einer psychiatrischen Klinik hängt nicht nur von den Ärzten und Psychologen ab. Die Krankenschwestern und –pflegern, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Musik-, Tanz- und Körpertherapeuten, letztlich alle, die dort arbeiten, können einen bedeutsamen Einfluss auf den Behandlungserfolg nehmen. Vor allem spielt auch die Atmosphäre einer Klinik und die Zusammenarbeit mit den anderen organmedizinischen Abteilungen und mit der Verwaltung eine Bedeutung für die Behandlung.

Die psychiatrische Therapie im Krankenhaus, garantiert also nicht automatisch einen Erfolg, auch wenn man es sich als Patient wünscht. Wenn Menschen aber in seelische Krisen geraten, die ambulant nicht mehr zu bewältigen sind, kann eine stationäre Behandlung sinnvoll sein. Für die Patienten, die auf die Klärung ihrer Probleme durch Gespräche angewiesen sind, ist es von besonderer Bedeutung, dass diese Gespräche tatsächlich auch stattfinden und nicht nur eine Behandlung mit Psychopharmaka erfolgt. Deshalb sollten Patienten dieses Anliegen auch gegenüber dem behandelnden Arzt zur Sprache bringen. Es ist nicht selbstverständlich, dass auf die Probleme der Patienten in der Psychiatrie ausreichend eingegangen wird. Vielfach werden als Behandlung nur Psychopharmaka verabreicht, ohne den wirklichen Problemen auf den Grund zu gehen. Außerdem berichten Patienten aus Kliniken, dass es nicht akzeptiert wurde, wenn sie keine Psychopharmaka einnehmen wollten.

In einem Gesprächskreis von Psychotherapeuten stellten wir mit Erstaunen ganz ähnliche Kommentare von Patienten fest, was ihnen in der Klinik geholfen habe: Der gute Kontakt der Patienten miteinander sei ihnen die wichtigste Hilfe gewesen ist. Weil jeder weiß, dass alle anderen auch Probleme haben, sonst wären sie nicht in der Klinik, entstehe häufig eine große heilsame Offenheit untereinander.

In vielen Fällen bietet sich nach dem Klinikaufenthalt eine ambulante Weiterbehandlung beim Psychotherapeuten an.

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