Medikamentöse Behandlung

Antidepressiv wirkende Medikamente können in der akuten Not der Depression sehr hilfreich sein, ja sie können lebensrettend sein, wenn der Patient vollständig verzweifelt und lebensmüde ist und aufgrund der Depression nicht mehr zu intensiveren Gesprächen in der Lage ist. Aber auf Dauer, vor allem bei wiederholten Depressionen trägt eine rein medikamentöse Behandlung dazu bei, dass die Depression chronisch wird, weil die zugrundeliegenden Konflikte nicht angegangen, sondern nur weiter verschleppt werden. Oft werden durch die Nebenwirkungen der Medikamente, z.B. Gewichtszunahme, Konzentrationsschwierigkeiten und Energielosigkeit, die Depressionen noch verschlimmert. Dieser Zusammenhang wird von Ärzten, die die Medikamente verschreiben, aber auch von Psychotherapeuten, die Psychopharmaka gegenüber unkritisch sind, sehr oft nicht gesehen. Der chronische Verlauf wird dann auf die besonders schlimme Stoffwechselstörung geschoben - ein Teufelskreis, dem man nur entkommt, wenn man ihn durchschaut.

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